M wie Museum
Besucht doch mit Euren Enkeln eins der zahlreichen Museen im Landkreis. Ich stelle Euch einige vor, die für Kinder besonders gut geeignet sind: Im Schulmuseum könnt Ihr Unterricht wie vor 100 Jahren nacherleben und an vielen Mitmachstationen aktiv werden. Im Bonbon-Museum (Foto) erlebt Ihr nicht den Ernst, sondern die süßen Seiten des Lebens. Im Brezelmuseum steht das schwäbische Nationalgebäck im Mittelpunkt.
Brezelmuseum Erdmannhausen
In Erdmannhausen gibt es in der früheren Backstube der Brezelfabrik Huober ein Brezelmuseum, bei dem sich alles um das schwäbische Nationalgebäck dreht. Es werden historische Brezelexponate gezeigt und Legenden rund um das Rätsel der Brezel in einer mannshohen Brezel greifbar gemacht. Die bekannteste Legende erzählt von dem in Ungnade gefallenen Hofbäcker Frieder im 15. Jahrhundert. Unter Androhung der Todesstrafe wurde er aufgefordert, ein Gebäck herzustellen, durch das dreimal die Sonne scheint. Durch Überkreuzen der Enden des Teigstücks entstanden die Öffnungen, die Frieder das Leben retten sollten. Ob diese charmante Geschichte tatsächlich auch nur ein Salzkörnchen Wahrheit enthält, erfahrt Ihr im Museum.
Dort finden auch immer wieder öffentliche Backaktionen für Kinder statt. Ihr könnt Brezelbacken auch als Familienevent oder gemeinsam mit anderen Großeltern und ihren Enkeln buchen.
Info: Das Brezelmuseum in Erdmannhausen, Badstraße 8, ist samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr, geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, für Senioren und Kinder ab 6 Jahren 3 Euro.
Privates Brezel-Backen mit Führung bis zu 20 Personen ist auch werktags möglich, Ihr könnt unter Telefon (07144)888 2565 oder per Email [email protected] Termine anfragen und buchen. Dieses Event kostet 50 Euro, zuzüglich Eintritt.
Weitere Infos unter https://brezelmuseum.de/
Gegenüber vom Museum gibt es außerdem ein Spielgerüst in Brezelform.
Stadtmuseum Gerlingen
"Spielen wie früher" ist eine kleine Ausstellung im Stadtmuseum Gerlingen, die auf noch unbestimmte Zeit zu sehen ist. Hier könnt Ihr alte Spielsachen und Spiele bestaunen und auch selbst einiges ausprobieren. Ihr dürft unter anderem mit Euren Enkeln Kaufladen oder Kasperletheater spielen, puzzeln, basteln oder mit dem Hämmerchenspiel Bilder gestalten. Auch eine Roulette-Schale und ein Bilder-Bingo warten auf Euren Einsatz. Und natürlich könnt Ihr den Kindern erzählen, was Ihr früher gespielt habt.
Auch die historischen Räume im Stadtmuseum wie Gemischtwarenladen, Friseursalon und Puppenklinik, die in der Dauerausstellung zu sehen sind, bieten gute Anknüpfungspunkte für Erzählungen von früher. Außerdem zeigt das Stadtmuseum unter anderem Stadtgeschichte, Alltags- und Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts, Auswanderung und Mobilität, Geschichte und Kultur der Ungarndeutschen.
Info: Das Stadtmuseum in Gerlingen, Weilimdorfer Straße 9-11, ist dienstags und samstags von 14 - 18 Uhr, sonn- und feiertags von 11 - 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. https://www.gerlingen.de/Stadtmuseum
Schulmuseum Kornwestheim
Foto: Ingo Kröner, Stadt Kornwestheim
Schule kann so spannend und unterhaltsam sein! Besucht mit Euren Enkeln doch das Schulmuseum Nordwürttemberg in Kornwestheim, das mit neu gestalteter Präsentation durch die Entwicklung der württembergischen Schulbildung von der Reformationszeit bis in die Gegenwart führt.
Es gibt ein historisches Klassenzimmer aus der Schulzeit Eurer Eltern oder Großeltern mit alten Schülerpulten, Schulwandbildern, einem Harmonium und natürlich Schiefertafeln. Ein besonderes Highlight ist die sprechende Lehrerfigur. Ihr dürft in den Bänken Platz nehmen und Unterricht wie vor 100 Jahren nacherleben.
Viele andere originale Objekte erzählen vom früheren Unterricht, veranschaulichen die Geschichte des Schulwesens, zeigen den Wandel der Lehrerrolle, skizzieren die unterschiedlichen Wege, die Mädchen und Jungen in vergangenen Zeiten einschlugen bzw. einschlagen mussten.
Auch das Thema „Zucht und Ordnung“ wird beleuchtet. Erzählt Euren Enkeln auch, wie es bei Euch war. In der Ecke stehen und vielleicht gab es mal eine Backpfeife? Das war in den 1950er und 60er Jahren nichts Ungewöhnliches. Erst zwischen 1969 (Hamburg) und 1983 (Bayern) wurde die Prügelstrafe in Schulen offiziell verboten.
Foto: Ingo Kröner, Stadt Kornwestheim
Foto: Frank Kleinbach
Es gibt eine Museumsrallye und zahlreiche Mitmachstationen. Unter anderem könnt Ihr Euch mit Stift und Papier an der alten deutschen Kurrent- und Sütterlinschrift versuchen oder bei Pausenspielen in Schwung kommen.
Im neu gestalteten Waldklassenzimmer lernt Ihr viel über Natur und Wälder. Der Naturlehrpfad aus dem Hause Ravensburger lädt zum Spielen und Entdecken ein, es gibt interaktive Spielmodule und einen großen Kreativtisch zum Spielen, Puzzeln, Lesen, Basteln und Malen.
Und, habt Ihr Lust bekommen, Eure Kinder ins Schulabenteuer anno dazumal zu entführen und selbst viele nostalgische Gefühle zu erleben? Dann macht Euch auf ins Schulmuseum.
Info: Das Schulmuseum Nordwürttemberg in der Schillerschule, Schillerstraße 13, Kornwestheim, ist samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, mit Ausnahme der Weihnachtsferien. Der Eintritt ist frei.
Im Eingangsbereich des Museums erhaltet Ihr im Museumsshop Publikationen des Schulmuseums, nostalgische Kinderbücher und Schiefertafeln mit Griffel und Läppchen. So könnt ihr auch zuhause noch Schule wie früher spielen und damit vielleicht spielerisch zum Lernen animieren.
schulmuseum.kornwestheim.de/start/museum.html
Tobias Mayer Museum Marbach
Kennt Ihr Tobias Mayer, der 1723 in Marbach am Neckar geboren wurde? Er war ein Astronom, Geograph, Mathematiker und Physiker. Wenn sich Eure Enkel für diese Themenbereiche interessieren oder Ihr sie dafür begeistern wollt, besucht doch das Tobias Mayer Museum. Es befindet sich in seinem Geburtshaus mit modernem Erweiterungsbau, das heute im Besitz des Tobias-Mayer-Museumsvereins ist. Exponate von Mondgloben über ein Modell seiner Göttinger Sternwarte bis hin zu vielen Instrumenten sowie Bilder, Schriften und digitale Dokumentationen lassen sein Leben und Werk lebendig werden. Wenn Ihr auch jüngere Enkel dabei habt, werden sie ihre Freude haben an Szenen mit Playmobilfiguren, die im Rahmen eines Ferienschülerprojekts entstanden sind. Aus der Bibliothek könnt ihr auch Bücher entleihen.
Info: Das Tobias Mayer Museum, Torgasse 1, Marbach am Neckar, ist donnerstags, samstags und sonntags von 13 -17 Uhr geöffnet. Eintritt für Erwachsene 6 Euro, Kinder ab 12 Jahren zahlen 3 Euro. Donnerstags ist Großelterntag, dann bezahlt Ihr bei einem Museumsbesuch in Begleitung eines Enkels nur die Hälfe.
www.tobias-mayer-museum.de
Tabak-, Spargel- und Heimatmuseum Pleidelsheim
Foto: Tabak-, Spargel- und Heimatmuseum Pleidelsheim
Das privat betriebene Tabak-, Spargel- und Heimatmuseum in Pleidelsheim, im Hof der Bachgartenstraße 61, hat keine regelmäßigen Öffnungszeiten, doch öffnet es zu besonderen Gelegenheiten und auf Anfrage. In seiner Scheune zeigt Gerd Warttinger ca. 1300 Objekte zu Tabak- und Spargelanbau, der lange Zeit prägend für die Gemeinde war, sowie viele weitere landwirtschaftliche Geräte und Haushaltsgegenstände aus vergangener Zeit. Durch die Erzählungen und Erklärungen des alteingesessenen Pleidelsheimers, der selbst in der Landwirtschaft aufgewachsen ist, werden die Gegenstände lebendig und Heimatgeschichte auch für Kinder greifbar.
Telefonische Anfrage unter 07144/22796
Bonbon-Museum in Vaihingen
In Vaihingen/Enz-Kleinglattbach gibt es eine Dauerausstellung für kleine Naschkatzen und große Leckermäuler. Das Bonbon-Museum zeigt die Kulturgeschichte und Herstellung der Zuckerle, wie die Nascherei im Schwäbischen auch genannt wird. Die große, süße Versuchung erwartet Euch nach dem Ausstellungsbesuch beim Schnäppchenkauf im Gummi Bären Land.
Konditor Friedrich Jung eröffnete 1828 seine Konditorei in Vaihingen an der Enz und unternahm bereits erste Versuche, dem süßen Geheimnis des Bonbon-Kochens auf die Spur zu kommen. Er war erfolgreich und Jung wurde die erste Bonbonfabrik Deutschlands.
Die immense Ausbreitung der Rübenzuckerherstellung im 19. Jahrhunderts und die industrielle Fertigung von Bonbons sorgten dafür, dass die Zuckerle zu einer erschwinglichen Nascherei wurden. Zuvor gab es nur teures, handgefertigtes Zuckerwerk, das wohlhabenden Menschen vorbehalten war.
Das Bonbon-Museum, das im Jahr 2000 in der neugebauten Firmenzentrale der Firma Jung in Kleinglattbach eröffnet wurde, stellt auf 300 Quadratmetern die Kulturgeschichte des Bonbons und die Firmengeschichte dar.
Wecken die Gläser mit losen Bonbons, die in unserer Kindheit noch gang und gäbe waren, auch nostalgische Gefühle bei Euch? Zeigt und erklärt Euren Enkeln altes Arbeitsgerät für die Zuckerrübenernte und alte Bonbonherstellungsmaschinen und schaut zusammen kurze Filme über die Bonbonherstellung.
Info: Das Bonbon-Museum in Vaihingen/Enz-Kleinglattbach, Industriestraße 9-11, ist montags bis freitags, 9 bis 18.30 Uhr, und samstags, 9 bis 13.30 Uhr, geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Im Fabrik- und Outletverkauf Gummi Bären Land findet Ihr eine große Auswahl an Fruchtgummi- und Bonbonsorten sowie viele andere Süßigkeiten von Schokolade bis Waffeln.
Kostenlose Parkplätze stehen am Museum zur Verfügung. Bei Anreise per Bahn ist die nächstgelegene Bahnstation Vaihingen/Enz. Nach Kleinglattbach fahren die Buslinien Linie 592 und 578. Von der Haltestelle Kleinglattbach Nordbahnhof sind es noch ca. 150 Meter bis zum Museum.
Weitere Museen
Urmensch-Museum, Hans-Trautwein-Haus, Kirchplatz 4, Steinheim. Geöffnet donnerstags und freitags von 13 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 Uhr bis 17 Uhr. Erwachsene zahlen 2 Euro Eintritt, Schüler 1 Euro. Weitere Informationen findet Ihr auf der Seite H wie Homo steinheimensis
Keltenmuseum, Keltenstraße 2, Eberdingen-Hochdorf. Geöffnet mittwochs bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 Euro, für Rentner/Senioren (mit Ausweis) 5 Euro und für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren 3 Euro. Weitere Informationen findet Ihr auf der Seite K wie Kelten.