X wie XXL-Spielespaß

 
Denkt Ihr auch so gern an die Spiele in Eurer Kindheit zurück und bedauert, dass Seilspringen, Himmel und Hölle, Murmelspiele oder Gummitwist heute weitgehend aus dem öffentlichen Raum verschwunden sind? Auch wenn sich die Spielsituation im Freien gegenüber früheren Zeiten verschlechtert hat, finden sich auch heute noch autofreie Plätze und Höfe zum Spielen. Und die meisten Kinder sind von den traditionellen Spielen begeistert. Also, auf die Plätze, spielen, los: Erklärt Euren Enkeln die Spiele, macht mit oder schaut zu. 
 


Die Jüngsten freuen sich über Finger- und Kniereiterspiele. Ein Fingerspiel mit Lachgarantie ist die Sonnenkäferfamilie.
 
"Erst kommt der Sonnenkäferpapa,/ dann kommt die Sonnenkäfermama!/ Und hinterdrein, ganz klitzeklein/ kommen die Sonnenkäferkinderlein,/ und hinterdrein, ganz klitzeklein,/ kommen die Sonnenkäferkinderlein."

Zum Vers krabbelt Ihr mit den Fingern am Kind hoch, bei den kleinen Käfern werden die Finger ganz schnell und kitzeln zum Abschluss den Bauch. Gekitzelt werden die Kleinen selbstverständlich nur, wenn sie Gefallen daran haben. Niemals sollte ein Kind gegen den Willen gekitzelt werden. 



Fantasie im Kinderzimmer. 

Hüpfspiele

Viele Generationen lang vergnügten sich Kinder mit Hüpfspielen. Auf Straßen und Plätzen malten sie ihre Felder auf und spielten Hinkelstein oder Himmel und Hölle. Bei allen Spielen werden die Kästchen mit Kreide auf den Asphalt gezeichnet oder mit Stöckchen auf festen, ebenen Boden geritzt. Gehüpft wird auf einem Bein, Kleinkinder dürfen natürlich auf beiden Beinen hüpfen. 


Himmel und Hölle

Nicht nur im wirklichen Leben liegen Himmel und Hölle oft dicht beieinander, sondern auch im wohl bekanntesten Hüpfkästchenspiel. Es wird ein Spielfeld mit acht Kästchen in Kreuzform aufgezeichnet, ganz oben ist der abgerundete Himmel. Das Kind wirft ein Steinchen oder eine Tonscherbe in Feld eins und stößt es dann hüpfend vor sich her ins nächste Feld. Gehüpft wird auf einem Bein. Beim Kreuz wird das Spielfeld überspannt, das linke Bein steht im Feld „links“, das rechte im Feld „rechts“. Die Hölle ist tabu. Im Himmel kann man mit beiden Beinen einen Augenblick ausruhen, um dann in der gleichen Art und Weise zurück zu hüpfen. 

Hinkelstein 

Für das Spielfeld werden zehn Kästchen aufgemalt, jeweils zwei nebeneinander. Die Zahlen eins bis zehn werden in die Kästchen hineingeschrieben. Das erste Kind beginnt. Es hüpft mit dem rechten Bein der Nummerierung nach von Kästchen zu Kästchen. In der nächsten Runde wird auf dem linken Bein gehüpft, dann mit gekreuzten Beinen. Eine Spielvariante ist es, ins erste Feld ein Steinchen zu werfen und es dann beim Hüpfen mit der Fußspitze ins jeweils nächste Feld zu stoßen. 

 

Hüpfspirale   

Die Hüpfkästchen werden bei diesem Spiel spiralförmig aufgemalt, in der Mitte ist der Himmel. Auf einem Bein wird von Kästchen zu Kästchen gesprungen, im Himmel darf man auf beiden Füßen einen Moment ausruhen, bevor es auf einem Bein wieder Kästchen für Kästchen zurück geht. 

Die Woche  

Gut, dass die Zeit nicht immer so schnell vergeht wie in diesem Spiel. Denn bei den Hüpfkästchen „Die Woche“ wird mancher Tag auf einem Bein einfach übersprungen. Mit Straßenkreide werden sieben Kästchen in Kreuzform auf dem Bürgersteig oder dem Hof aufgezeichnet und mit den Wochentagen beschriftet. Natürlich fängt auch im Spiel die Woche mit Montag an. Zuerst wird ein Steinchen in das Montagsfeld geworfen, dieses Kästchen dann übersprungen und die übrigen Wochentage gehüpft. In die beiden Kreuzflügel hüpft man gleichzeitig. Im Sonntagsfeld darf man kurz mit beiden Beinen stehen bleiben und ausruhen. Dann geht die Zeit wieder rückwärts bis zum Montag. Das Steinchen wird aufgehoben und in der nächsten Runde in das Dienstagsfeld geworfen. So geht es Runde für Runde weiter, bis alle Wochentage durch sind. Das Feld, in dem das Steinchen liegt, wird jeweils übersprungen. 

Als Variante können auch die Monate in die Kästchen geschrieben werden. Dann wird das Kreuz einfach entsprechend verlängert oder zum Doppelkreuz umgemodelt.    



In Hoheneck sind auf dem Fußweg zwischen Wilhelm-Nagel-Straße und Schulhof Hüpfkästchen mit wetterfester Farbe aufgemalt. Hier können Kinder und kindlich gebliebene Erwachsene jederzeit hüpfen.  

 

Murmelspiele 

Spiele mit Murmeln, die auch als Knicker, Marbel, Schusser bekannt und aus Ton oder Glas sind, waren in unserer Kindheit gang und gebe. Die Knicker dürfen in verschiedenen Techniken gestoßen werden. So können sie mit der Spitze des gekrümmten Zeigefingers weggeschnipst oder mit der Seite des Fingers geschubst werden. Beim Daumenschuss liegt die Murmel in der Beuge des Zeigefingers, der Daumen hinter der Murmel, seine Spitze in der Krümmung des Zeigefingers. Wird der Daumen weggeschnalzt, schießt die Murmel nach vorn. 

 Beim Zielknicker rollt eine Murmel bis etwa zwei Meter vor der Startlinie. Die anderen Mitspielenden versuchen diese Murmel mit einer eigenen gerollten Murmel zu treffen. Wer es schafft, bekommt die zuerst gesetzte Murmel. Trifft die Zielmurmel jedoch keiner, bekommt deren Besitzer von allen Mitspielern eine Murmel.  

Für das Schusserspiel wird ebener, unbefestigter Boden benötigt, in den eine kleine Mulde gedrückt wird. Etwa zwei Meter entfernt wird mit einem Stöckchen eine Startlinie markiert.  Nacheinander versuchen die Mitspielenden ihre Murmeln in die Mulde zu rollen. Die Kugeln, die ihr Ziel verfehlen, bleiben liegen, wo sie sind. In der zweiten Runde versuchen die Mitspieler, mit dem angewinkelten Zeigefinger ihre Murmeln mit einem Schuss in die Mulde zu befördern. Wer es zuerst mit allen Knickern schafft, ist Sieger. 


Teekesselchen

In dem Spiel Teekesselchen ist im wahrsten Wortsinn alles zweideutig. Denn im Mittelpunkt stehen Wörter, die zwei verschiedene Dinge bezeichnen. Zwei Mitspieler verlassen das Zimmer und vereinbaren einen Gegenstand mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, die anschließend den Ratenden umschreibend erklärt werden. Der gesuchte Begriff darf nicht genannt werden. Von den beiden Kindern, die den doppeldeutigen Begriff vorstellen, übernimmt jedes Kind eine Bedeutung als sein Teekessel. Beim „Schloss“ sagt das erste Kind beispielsweise: „In meinem Teekessel wohnen Könige“, und das andere Kind erklärt: „Mein Teekessel macht Türen einbruchsicher“. Die Erklärungen erfolgen so lange, bis der Begriff erraten wird.
 
Beispiele:

Schloss:  1. In meinem Teekessel wohnen Könige.   2. Mein Teekessel macht Fahrräder diebstahlsicher.

Hahn:      1. Mein Teekessel kann krähen.                    2. Aus meinem Teekessel kommt Wasser.

Pfeife:    1. Aus meinem Teekessel kommen Töne.   2. Mit meinem Teekessel kann man rauchen.


weitere Begriffe:

Bock (Tier, Turngerät)
Drachen (Fabeltier, Spielgerät für windiges Wetter),
Hamburger (Mensch aus Hamburg, Fleischklops zwischen zwei Brötchen),
Berliner (Fettgebackenes, Mensch aus Berlin)

Fotos: Felix , unsplash  (Schloss links) und Leonie Zettl, unsplash  (Schloss rechts) 


Foto: Shamblen-Studio, unsplash

 

Kofferpacken 

Die Regeln des Spiels sind einfach. Nach und nach wird ein Kettensatz gebildet, den jeder Mitspieler wiederholt und anschließend ein neues Wort anhängt. Der erste Spieler sagt beispielsweise: „Ich packe in meinen Koffer eine Hose“, der nächste: „Ich packe in meinen Koffer eine Hose und eine Tafel Schokolade“. Beim dritten heißt es dann beispielsweise: „Ich packe in meinen Koffer eine Hose, eine Tafel Schokolade und eine Gummiente.“ So geht es reihum weiter, und natürlich wird es immer schwieriger, alle Wörter in der richtigen Reihenfolge aufzusagen. Je besser das Gedächtnis der Mitspieler, desto mehr passt in den Koffer rein. 

Klar, dass in den Spielkoffer auch Dinge passen, die im Reisegepäck gemeinhin nichts zu suchen haben, etwa Elefanten oder Autos. Wer einen Fehler macht, muss ein Pfand abgeben, das am Ende des Spiels wieder ausgelöst wird. 


A  |  B  |  C  |  D  |  E  |  F  |  G  |  H   |  I  |  J  |  K  |  L  |  M  |

N  |  O  |  P  |  Q  |  R  |  S  |  T  |  U  |  V  |  W  |  X  |  Y  |  Z